KI-Kompetenz nach dem EU AI Act: Was Betriebe jetzt tun müssen

Seit Februar 2025 müssen Unternehmen, die KI einsetzen, für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Mitarbeitenden sorgen. Was das heißt – und wie Sie es umsetzen.

27. August 2026 · 2 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

  1. 01

    Wer KI beruflich nutzt – auch nur ChatGPT –, muss seit 2. Februar 2025 für KI-Kompetenz im Team sorgen.

  2. 02

    Kein Zertifikat, kein festes Format: Die Schulung muss zu Ihren Werkzeugen und Aufgaben passen.

  3. 03

    Fünf Schritte genügen – von der Bestandsaufnahme bis zur Dokumentation.

01Worum es geht

Wer KI im Betrieb nutzt, ist gemeint – nicht nur, wer sie entwickelt.

Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) regelt den Einsatz künstlicher Intelligenz in der EU. Eine seiner ersten Pflichten gilt seit 2. Februar 2025 und betrifft fast jeden Betrieb: Artikel 4, die KI-Kompetenz.

Sie gilt nicht nur für Softwarehersteller, sondern auch für Unternehmen, die KI-Systeme beruflich nutzen – etwa um Texte zu entwerfen, Bilder zu erzeugen oder Kundenanfragen zu beantworten.

02Was verlangt wird

KI-Kompetenz heißt: Chancen nutzen und Risiken kennen.

Unternehmen müssen nach besten Kräften sicherstellen, dass alle, die in ihrem Auftrag mit KI arbeiten, ausreichend Bescheid wissen – passend zu Vorkenntnissen, Aufgabe und Einsatzbereich.

Das heißt nicht programmieren können. Es heißt: wissen, dass KI überzeugend klingende Fehler macht, welche Daten tabu sind und wann ein Mensch das Ergebnis prüfen muss.

03Was nicht vorgeschrieben ist

Der AI Act verlangt kein Zertifikat und kein bestimmtes Schulungsformat. Für Artikel 4 nennt die Verordnung auch keinen eigenen Bußgeldrahmen.

Ernst nehmen lohnt sich trotzdem: Gut vorbereitete Teams vermeiden Datenschutzverstöße, peinliche Fehler in Angeboten und Entscheidungen auf Basis falscher KI-Antworten.

04In fünf Schritten umgesetzt

  1. 01

    Bestandsaufnahme

    Welche KI-Werkzeuge werden genutzt – auch nebenbei im Browser oder am Handy?

  2. 02

    Rollen klären

    Wer nutzt welches Werkzeug wofür, mit welchen Daten?

  3. 03

    Spielregeln festlegen

    Eine kurze KI-Richtlinie – was erlaubt ist, was tabu ist, wann geprüft wird.

  4. 04

    Schulen

    Kurze, praxisnahe Einheiten für die jeweiligen Aufgaben statt Theorie.

  5. 05

    Dokumentieren

    Festhalten, wer wann geschult wurde – und bei neuen Werkzeugen auffrischen.

05Hilfe in Österreich

Die KI-Servicestelle der RTR (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH) informiert zum AI Act, die EU-Kommission hat Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz veröffentlicht.

Wir unterstützen mit Workshops, die auf Ihre tatsächlich genutzten Werkzeuge zugeschnitten sind, und helfen bei der internen KI-Richtlinie. Eine Rechtsberatung ersetzt das nicht.

Fragen dazu?

Ihr Team braucht KI-Kompetenz nach dem EU AI Act? Wir schulen praxisnah – abgestimmt auf die Werkzeuge und Aufgaben in Ihrem Betrieb.

Häufige Fragen.

Gilt die Pflicht auch für kleine Betriebe?

Ja. Artikel 4 unterscheidet nicht nach Unternehmensgröße. Entscheidend ist, ob KI-Systeme beruflich eingesetzt werden. Der Aufwand richtet sich aber nach dem Einsatz: In einem kleinen Betrieb, der ein, zwei Werkzeuge nutzt, genügt oft eine kurze Schulung mit klaren Spielregeln.

Zählt die Nutzung von ChatGPT schon als KI-Einsatz?

Ja, wenn sie beruflich erfolgt. Auch Textassistenten, Bildgeneratoren oder KI-Funktionen in Büroprogrammen sind KI-Systeme im Sinne des AI Act.

Brauchen unsere Mitarbeitenden ein Zertifikat?

Nein. Ein Zertifikat ist nicht vorgeschrieben. Wichtig ist, dass die Kompetenz zum tatsächlichen Einsatz passt – und dass Sie festhalten, was Sie dafür getan haben.

Seit wann gilt die Pflicht?

Seit 2. Februar 2025. Weitere Teile des AI Act gelten gestaffelt zu späteren Terminen.

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